schriftzug

Sommersturm:

25. Juni 2004: Sommersturm

Lage:

Am Mittwoch, dem 23. Juni, zog ein Sturmtief von den Britischen Inseln zur Nordsee. Sein Starkwindfeld überquerte ganz Deutschland und wirbelte dabei mehr als nur Staub auf:
Am Mittwoch Morgen begann der Spuk in Göttingen, wenn auch der Durchzug der Fronten nicht so dramatisch verlief. Dennoch registrierte der Windmesser der Wetterstation Zerstörte Häuser in MichelnGöttingen Böen, die nur um 1 km/h Windstärke 9 und somit volle Sturmstärke verfehlten. Am Mittwoch und Donnerstag gab es Orkanböen auf dem Brocken. Die heftigsten Winde an der WSG gab es am Mittwoch Nachmittag mit maximalen Luftbewegungen von 71 km/h und Minutenmitteln bis nahe 50 km/h.
Auch am Donnerstag gab es noch zahlreiche Böen der Stärke 6-7 Bft.

heftiger Tornado:

In den 140 km nordöstlich von Göttingen gelegenen Ortschaften Micheln und Trebbichau in der Nähe von Dessau (Sachsen-Anhalt) verwüstete ein Tornado am Mittwoch Abend etwa 300 Häuser, verletzte 4 Menschen und hinterließ einen geschätzten Versicherungsschaden von 4 Millionen €. Die Stärke wird auf der internationalen F-Skala mit 3-4 angegeben.
Weitere Tornados über bewohntem Gebiet gab es im Bereich des niedersächsischen Wattenmeers zwischen Gretsiel Tornado über Michelnund Borkum und in Marne an der Elbmündung (Schleswig-Holstein).

Das vorliegende Bild zeigt den Tornado von Micheln in einer Aufnahme von Thomas Fritz. Deutlich ist die Rotation der gesamten Wolke zu sehen, die Bedingung für die Entstehung von stark rotierenden Schläuchen in ihrem Inneren ist. Wer genau hinsieht, erkennt den Bodenkontakt am aufgewirbelten Staub an der Basis des Tornados. Die gesamte Fotoserie und weitere Aufnahmen sind auf der Tornadoseite von Pfeil externer LinkThomas Sävert zu sehen.

Tornados auch in Göttingen?

Prinzipiell ist das nicht ausgeschlossen! Eine permanente Angst, einmal von einem Tornado betroffen zu sein, ist jedoch nicht unangebracht. In Deutschland gibt es jährlich 10-20 dokumentierte Tornados, wobei die Hauptsaison Anfang Juli ist. Abgesehen davon, dass einige Windschläuche den Boden nicht erreichen, zieht ein Tornado bei seinem etwa 10-minütigen Verwüstungskurs eine mehrere Meter bis einen halben Kilometer breite Schneise einige hundert Meter bis 1 oder 2 Kilometer durch die Landschaft. Alles in allem ist die Fläche, die in Deutschland von Tornados jedes Jahr verwüstet wird, verschwindend gering. Andere Wetterkapriolen wie Stürme und Überschwemmungen bergen für den Göttinger Raum ein wesentlich größeres Risiko.
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