schriftzug

Siebenschläfer:

27. Juni / 7. Juli: Siebenschläfer

Alte Bauernregel:

Der Siebenschläfer ist eine bekannte Bauernregel, nach der sich das Wetter des 27. Juni sieben Wochen lang fortsetzt. Solchen sogenannten Lostagen ist man auch wissenschaftlich recht gründlich nachgegangen. Einige dieser Daten überlebten die Prüfung auf Witterungszusammenhänge mit einer miserablen 50:50-Quote nicht, andere bewährten sich aber durchaus mit einer statistischen Eintrittswahrscheinlichkeit von 60 % und mehr.

Zunächst muss man wissen, dass die Regel auf dem julianischen Kalender fußt. Die gregorianische Entsprechung datiert auf den 7. Juli!Sonnenuntergang Zur Überprüfung des Siebenschläfers zogen Meteorologen eine 25-jährige Messreihe zwischen 1946 und 1970 aus Regensburg heran. Es zeigte sich, dass 13 regenreichen Siebenschläfertagen (27. Juni) nur 6 nasse Juli folgten, also eben jene 50:50-Quote. Die Niederschlagsneigung des 7. Juli und der Folgewochen steht jedoch in einem sichtbaren Zusammenhang, folgten 14 regenfreien Lostagen 10 zu trockene Monate. Um die Trefferquote auf das Niveau zu heben, das dem Ansehen des Lostages gerecht wird, muss die Korrelation umformuliert werden: Wichtig ist die Beobachtung der Großwetterlage der ersten Juliwoche. Aus ihr lassen sich immerhin Rückschlüsse auf den Gesamtmonat mit einer Trefferquote von 60 % bis 80 % ziehen, das entspricht einer 3-Tage-Vorhersage; wobei die Trefferquote von Nord nach Süd zunimmt.

Aktuelle Lage 2009 (Stand: 07. Juli):

Die Großwetterlage lässt - außer einigen eingelagerten warmen Tagen - momentan keine Hitzewelle zu. So verbleibt Mitteleuropa nach jetzigem Erkenntnisstand die nächste Zeit in einer westlichen Höhenströmung mit insgesamt durchschnittlichen Temperaturen und - typischerweise - relativ häufigen aber insgesamt eher geringen Nierderschlägen.

Für uns bedeutet das konkret: Wechselhaftes Wetter mit Schauern, zwischendurch Sonnenschein und mäßigen Temperaturen zwischen 20 und 25°C.

Nach der Siebenschläferregel bleibt die unbeständige Großwetterlage mit einer etwa 70 %igen Wahrscheinlichkeit bis in die letzte Augustdekade. Ähnlich wie im vergangenen Jahr liegen wir an der Südflanke eines Langwellentroges über Nordeuropa. Ausgesprochen schlechtes Wetter zeichnet sich für Skandinavien ab, trocken und heiß wird es vor allem in Südosteuropa (Balkan, Griechenland, Türkei). Mittelfristig zeichnet sich weder ausgesprochen kühles Wetter ab noch eine Hitzewelle. Und: In 3 von 10 Jahren kommt dann doch alles anders als man denkt...

In der folgenden Liste habe ich die Großwetterlagenanalyse (Druckkarte Boden und 500 hPa-Niveau jeweils vom 7. Juli) für ausgewählte (aus touristischer Sicht) schöne und schlechte Sommer (Juli / August deutlich zu warm bzw. deutlich zu kühl) zusammengestellt, angeführt von der aktuellen Karte: Quelle der Analysekarten: Wetterzentrale

Beachten Sie aber auch, dass es sich bei einer Lostagsanalyse nicht um eine Prognose, sondern um eine Wahrscheinlichkeit handelt, die im Verlauf langjähriger Beobachtungsreihen hohe Trefferquoten vorzuweisen im Stande, doch in einzelnen Jahren völlig unzutreffend sein kann.
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