22. SeptemberMorgen ist Herbst-Äquinoktium. Hinter dem lateinischen Begriff verbirgt sich die Tag- und Nachtgleiche: An jedem Ort der Welt beträgt die astronomische Sonnenscheindauer 12 Stunden (gefolgt von 12 Stunden Nacht); direkt an den Polen bewegt sich die Sonne auf gerader Linie 24 Stunden lang zur Hälfte über und zur anderen Hälfte unter dem Horizont. Meteorologisch ist dies kein wirkliches Ereignis. Neben der offensichtlich kürzeren Sonnenscheindauer und dem niedrigeren Sonnenstand wächst jetzt allerdings der Bereich der Polarnacht auf der Nordhalbkugel. Damit wird die Fläche dauerhaft negativer Energiebilanz immer größer, also der Bereich, in dem durch Ausstrahlung ganztätig Energie verloren geht. Da südlich des 40. Breitengrades die Meeresoberfläche gerade erst den wärmsten Punkt überschritten hat und auch die jahrezeitliche Abkühlung eher gering ist, verschärft sich der Temperaturgradient über dem 50. und 60. Breitengrad stark: Der Beginn der Sturmsaison über dem nördlichen Atlantik.Bis dahin können wir die Singularität des Altweibersommers genießen: Ende September bis in den Oktober hinein ist die Wahrscheinlichkeit für stabile Hochdruckgebiete über Mitteleuropa am größten im gesamten Jahresverlauf. Das ist auch dieses Jahr der Fall, so dass die kommenden Tage ruhig bleiben mit einem Sonne-Wolken-Mix. Da sich östlich von uns ein Höhentief befindet, bleibt die Strömung bis Freitag eine nördliche. Erst ab dem Wochenende gelangen wir auf der Vorderseite eines Sturmtiefs über Island in eine milde südöstliche Höhenströmung. Am Boden könnten sich erste Kaltluftseen mit Hochnebel entwickeln, die sich aber vermutlich tagsüber auflösen werden. Dann steht einem milden und sonnigen Spätsommer nichts mehr im Weg. 19. SeptemberSeit längerem zeigen die Panels recht übereinstimmend Hochdruckeinfluss über Westeuropa in der vor uns liegenden Woche: Ein umfangreicher Höhenrücken wölbt sich von den Kanaren in Nordostrichtung bis nach Skandinavien. Östlich schnürt sich ein Trog zu Beginn der Woche ab und liegt dann als eigenständiges Tief über Belarus und der Ukraine, um sich unter langsamer Bewegung Richtung Polen allmählich aufzufüllen. Zwischen diesen beiden markanten Drucksystemen gerät vor allem der Osten Deutschlands in den Bereich feucht-kühler Luftmassen, die über die noch warme Nordsee Wasserdampf aufnehmen können und vor allem in den östlichen Bundesländern für wolkenreiches Wetter sorgen werden. Göttingen liegt vermutlich im Überangsbereich zu trockenem und nach Westen hin immer wärmeren Spätsommerwetter.Nach jetzigem Stand erwartet uns - nach einem letzten Frontdurchgang am Sonntag - ab Montag eine Woche mit einem ruhigem Mix aus Sonne und Wolkenfeldern bei sehr verhaltenen Temperaturen unter 20°C.
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