13. JuniDer Juni zeichnete sich bisher vor allem durch seine außergewöhnlich geringe Sonnenscheindauer aus. Die etwa 50 Sonnenstunden der ersten 12 Tage liegen auf dem Niveau der Monatssummen im Januar oder Februar. Das schlägt zwar aufs Gemüt, die Natur hat damit allerdings kein Problem. Im Gegenteil: Der feuchte Boden, die gemäßigten Temperaturen und die geringere Verdunstung sind eher günstige Faktoren für Pflanzen und Tiere. Erst im finalen Reifeprozess vieler Früchte hilft die Sonne bei der Bildung von Süße und Aroma, wie etwa bei Trauben.Für die weitere Entwicklung des Wetters in Mitteleuropa spielt ein derzeit eigenständiger Wirbel über dem Nordatlantik die entscheidende Rolle: Nach übereinstimmenden Prognosen wird sich dieser mit dem bisher über Skandinavien festsitzenden Trog verbinden und zu einer erheblichen Westverlagerung der großflächigen Strömung führen, so dass wir kommende Woche auf der sich aufsteilenden Vorderseite in den Bereich subtropischer Warmluft kommen. Ab Dienstag steigen die Temperaturen allmählich und könnten am kommenden Wochenende auch in Göttingen die 30°C-Marke überschreiten. 7. JuniMittlerweile liegen wir mehr als eine Woche lang an der flachen Vorderseite eines umfangreichen Trogs, der fast den gesamten Nordatlantik bedeckt. Flache Vorderseite bedeutet, dass wir am östlichen Rand des gegen den Uhrzeigersinn rotierenden Systems liegen. Bei einer steilen Vorderseite lägen wir im Bereich subtropischer Warmluft, die - um im Bild zu bleiben - aus 6 Uhr kommt. Diese Konstellation führt oft zu heftigen Unwettern am Tag und hohen Taupunktwerten (große Schwüle). Bei einer flachen Vorderseite kommt die Luft aus 7 bis 9 Uhr, ist kühler, kann weniger Feuchtigkeit speichern und entsprechend auch weniger latente Energie. Die Schauer bleiben, sind aber in der Regel schwächer, die Luft klarer, die Sicht besser.Wer im Laufe der Woche der Meinung war, dies sei kein richtiges Sommerwetter, hat zu hohe Erwartungen: Das Wetter momentan entspicht exakt dem langjährigen Mittel, sowohl was die Temperatur als auch was den Niederschlag angeht. Die Vorhersage ist momentan schwierig: Die Panels zeigen, dass der Trog in den kommenden Tagen in mehrere eigenständige Kerne zerfällt. Diese wandern dann als Höhentiefs mit großen Unsicherheiten bei der Zugbahn und Wetterintensität eigenständig los. Stand heute ziehen sich zwei Kerne Richtung Labrador und Grönland zurück, ein dritter macht sich auf in Richtung Skandinavien. In diesem Fall bleiben wir ab Dienstag im Einflussbereich des skandinavischen Höhentiefs in kühler Luft mit 850 hPa-Werten von unter 5°C, in der unter der hohen Junisonne bei etwa 15°C Tageswerten in Göttingen immer wieder Schauer entstehen.
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