Lostage sind in vielen Bauernregeln verewigt. Dabei geht man davon aus, dass eine bestimmte Witterung an einem gegebenen Tag auf eine bestimmte Witterung an einem zukünftigen Tag schließen lässt. Das funktioniert tatsächlich, solange man nicht aus dem Auge verliert, über Wahrscheinlichkeiten zu reden. Wie es möglich ist, eine Prognose auf ein Wettergeschehen in mittelfristiger Zukunft (bis mehrere Monate) treffen zu können, obwohl die Simulationsrechner der
größten nationalen Wetterinstitute gerade einmal 6 Tage lang eine Trefferquote von mehr als 50 % durchhalten, liegt daran, dass es Witterungsphasen gibt (s.
), die sich mitunter durch ganz bestimmte Großwetterlagen vorher abzeichnen. Gewisse Weichenstellungen sind dabei sehr hilfreich für eine Prognose.
Beispiel: Überdurchschnittlich milde Winter haben oft (in signifikant häufiger Anzahl) einen ganz bestimmten Ablauf (ebenso, wie überdurchschnittlich kalte Winter). Bereits eine bestimmte Abfolge von Großwetterlagen im Herbst kann Rückschlüsse auf den Witterungsabschnitt im Winter zulassen. Ein »typischer" milder Winter beginnt oft mit einem Kaltlufteinbruch Ende November. Einem »typisch" kalten Winter gehen lang anhaltende Hochdruckphasen im Oktober voraus, gefolgt von einem spät eintreffenden Kaltluftvorstoß Mitte Dezember. Recht gute Rückschlüsse ergeben sich aus einer Kombination solcher charakteristischen Wetterphasen, dann erreicht die Prognose eine Trefferquote von bis zu 80 %.
Hier die wichtigsten Lostage für den Göttinger Klimabereich mit der Trefferquote in Prozent:
| Datum |
Lostagregel |
Trefferquote |
| 12. Januar |
Wird dieser Tag sehr sonnig, folgt ein sonniger September. |
65 % |
| 2. Februar (Lichtmess) |
Wird dieser Tag unter Hochdruckeinfluss sonnig, gibt es im Februar und März eine erhöhte Anzahl Frosttage. |
67 % |
| 22., 23. Februar |
Ist es an diesen Tagen zu warm, wird der März überdurchschnittlich warm. |
62 % |
| Werden die Tage zu kalt, wird der März zu kalt. |
65 % |
| Bleibt es an diesen Tagen niederschlagsfrei, bleibt es im März überdurchschnittlich trocken. |
90 % |
| 21. März |
Ist der Frühlingsanfang zu warm, wird der Sommer zu warm. |
68 % |
| 28. März |
Ist es um diesen Tag herum überdurchschnittlich sonnig, wird auch der Juli überdurchschnittlich sonnig. |
67 % |
| Ein sonnenscheinarmer Frühlingsbeginn zieht einen sonnenscheinarmen Juli nach sich. |
62 % |
| 25. Mai |
Ein zu sonniger Lostag deutet auf einen zu sonnigen September |
60 % |
| Unterdurchschnittlich viel Sonne an diesem Tag bedeutet unterdurchschnittlich viel Sonne im September |
75 % |
| 27. Juni (Siebenschläfer) |
Meist entscheidet sich das Sommerwetter in diesem Zeitraum. Liegt das subtropische Azorenhoch weit genug im Norden, dann
gibt es einen schönen Sommer. Liegt es über dem Mittelmeer, gibt es einen nass-kalten Sommer. Wenn sie ein paar Tage vorher und nachher zugeben
und die Großwetterlage beobachten, liegt die Prognose für die nächsten Wochen bei |
70 % |
| 10. August |
Überdurchschnittlich viel Sonne an diesem Tag folgen drei zu trockene Monate. |
80 % |
| 24. August |
Ist dieser Tag zu nass, wird der Oktober und November zu trocken. |
80 % (Oktober) |
| 67 % (November) |
| 1. September |
Wird der Septemberbeginn zu kühl, wird der Monat zu kühl |
67 % |
| wird er zu warm, bleibt auch der September im Durchschnitt zu warm |
60% |
| 25. November |
Ist es an diesem Tag niederschlagsfrei, so ist der darauffolgende Februar ebenfalls zu trocken |
80 % |
| Regnet es dagegen an diesem Tag, so ist mit einem feuchten Februar zu rechnen |
60 % |
| 25./26. Dezember |
Ist es Weihnachten kalt, wird der darauffolgende Februar zu warm, der Winter kurz |
60 % |